Sonntag, 3. Februar 2019

Sind Eltern die besseren Freunde?

Ich glaube, auf dem Blog habe ich das noch nicht erwähnt. Aber wer mich kennt, der weiß: ICH LIEBE DIE GILMORE GIRLS! In regelmäßigen Abständen schaue ich mir die Serie von Anfang bis Ende an, um dann festzustellen, dass ich wieder einen neuen Blickwinkel dazu gewonnen habe. Beim letzten Bing-Watching musste ich darüber nachdenken, wie ich es anfangs etwas befremdlich fand, dass Rory und Lorelai mehr beste Freundinnen waren als Mutter und Tochter. Ich war damals selbst mitten in der Pubertät und bin quasi mit dieser Serie aufgewachsen. Die enge Bindung der beiden war für mich faszinierend bis befremdlich. Erst wesentlich später konnte ich ihre Beziehung genauer einordnen und differenziert betrachten. 


Ja, Eltern-Kind-Freundschaften werden vor allem seit diesem traumhaften Duo Mega gefeiert. Es ist einfach total schick, wenn Mama und Tochter ziemlich beste Freundinnen sind. Ist die extrem schwierige Phase der Pubertät erst einmal überstanden, kann man gemeinsam Shoppen, Eis essen, oder ins Kino gehen – Ohne dass sich das eigene Kind für einen schämt. Was für tolle Aussichten! Man hat das Gefühl, man sei mehr und mehr auf Augenhöhe und könne einfach über alles reden - Und sich vielleicht sogar bei Beziehungstipps austauschen.

Sich verändernde Rollenbilder, Angst vorm Älterwerden und unsere heutigen Kommunikationsmittel wie WhatsApp und Facetime, mit denen man quasi stets und ständig in Verbindung sein kann, tragen sicher zum sogenannten Empty-Nest-Syndrom bei. Doch auch die Kinder haben es laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov häufig nicht besonders eilig, das Elternhaus so bald zu verlassen. Jeder zweite junge Mann wohnt mit Anfang 20 noch bei seinen Eltern, bei den Töchtern sind es 35%. Ist es aber nicht so, dass eine solche Beziehung das Risiko in sich birgt, dass Stück für Stück die Rollenverteilung schwammig wird beziehungsweise sich gänzlich auflöst? Kinder brauchen die Erwachsenen als Vorbilder, Wegweiser, Beschützer und ja, manchmal vielleicht als Autoritätsfigur. 
Es heißt außerdem, dass solche starken Bindungen zu den Eltern implizieren, dritte Personen quasi auszugrenzen. Haben wir dadurch vielleicht sogar den Hauptgrund für die unserer Generation diagnostizierten Beziehungsunfähigkeit gefunden? Auch bei den Gilmore Girls hatte es jeder Mann schwer und wirkte manchmal eher wie ein Störfaktor.
Natürlich ist es wichtig, dass man mit den Eltern immer über seine Probleme sprechen, sich ihnen anvertrauen kann. Rund 43% der Frauen rufen jeden Tag bei ihrer Mutter an, um sie an ihrem Leben teilhaben zu lassen, fand eine vom Reader's Digest in Auftrag gegebene Studie heraus. Das ist großartig. Und kommt von Herzen. Denn ich bin mir sicher, dass das von wirklichem Interesse am anderen herrührt. Es ist nicht mehr wie früher, wo man vielleicht nur aus Pflichtbewusstsein bei den Eltern angerufen hat. Und ich verstehe, dass man in einer Zeit, in der der Mobilitätswahn uns alle fest im Griff hat, nach ein wenig Beständigkeit sucht. Die Stimme der eigenen Eltern kann so etwas auslösen. Es tut gut zu wissen, dass Mama und Papa immer für uns da sind. Doch wann ist eigentlich der Punkt gekommen, an dem wir unsere Kämpfe unabhängig von ihnen austragen sollten?

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich über einige Entscheidungen, die meine Eltern früher für mich getroffen haben, furchtbar wütend war. Auch mit seinen Freunden streitet man, klar. Aber was man Mama und Papa verzeiht, kann man einer Freundin nicht immer vergeben. Nicht umsonst heißt es oft, die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern sei bedingungslos. Um die Gedanken zum Ende zu bringen: Ob mehr Distanz zwischen den Generationen besser wäre, mag ich nicht beurteilen. Das hier sollen lediglich ein paar Denkanstöße sein. Die Gilmore Girls jedenfalls sind erwachsen geworden, das hat die Fortsetzung der Serie auf Netflix gezeigt, und so auch ihre Beziehung zueinander.

Sonntag, 11. November 2018

Wir müssen reden!

Es ist Zeit, hier mal wieder politisch zu werden. Denn bringen wir es auf den Punkt: Die Welt ist in einem ziemlich beschissenen Zustand. Und das macht mir verdammt große Angst. Was vor ein paar Jahren noch undenkbar schien, ist traurige Realität geworden. Was mich daran am meisten verstört ist die Tatsache, dass es scheinbar normal geworden ist. Unbegreiflicherweise regt sich kaum noch jemand über die infantilen und oftmals auch gefährlichen Äußerungen von US-Präsident Trump auf. Man zuckt nur noch hilflos mit den Schultern. Und es ist nicht ganz abwegig zu sagen, ein Krieg scheint manchmal nur einen Tweet entfernt zu sein. Dabei müssen wir geografisch gar nicht so weit weg gehen. Auch in Europa gewinnt das Autoritäre wieder an Attraktivität für viele Menschen.
 
Warum es mir so wichtig ist, das hier noch mal zu thematisieren? In dieser Woche hatte ich quasi eine Begegnung der dritten Art. Ein Erlebnis, das symbolhaft war für alles, was momentan schief läuft. Vor dem Landtag formierte sich eine relativ überschaubare Gruppe, die gegen überhöhte Kommunalabgaben protestierte. Berufsbedingt war ich quasi mitten unter ihnen. Was ich sah? Überwiegend weiße, alte Männer, die ihren eventuell nachvollziehbaren Unmut in teilweise unverhältnismäßiger Wut zum Ausdruck brachten. Und einen Politiker der Landesregierung, der vielleicht das Richtige meinte, aber das Falsche zu den Menschen sagte. Zu missverständlich, unkonkret und nicht verbindlich genug. Die Diskussion war hitzig, aber (noch) respektvoll. Bis einer von den Demonstranten sagte: "Mir reicht's! Für den Neger auf der Straße habt ihr doch auch das Geld." Kurze Stille. Sonst nichts. Niemand regte sich über diese rassistische Äußerung auf. Eine Politikerin der Linken meinte nur "Na, na, na - So nicht!", oder etwas Ähnliches. Das war die einzige Reaktion. Ja, auch ich hielt meinen Mund. Weil ich zutiefst schockiert war und ich mich als Mitarbeiterin nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte. Das war feige und dafür schäme ich mich auch. Ich war überrumpelt von so viel Hass. Hoffentlich ging es den anderen auch so und es war keine stumme Zustimmung... Ich kenne die Hintergründe dieses Mannes nicht. Aber nichts, wirklich rein gar nichts, rechtfertigt solche Sätze! Es wurde schließlich weiter diskutiert und ein anderer Demonstrant ließ in einem Nebensatz einfließen, dass sie natürlich nicht alle so extreme Ansichten hätten. Ändern solle sich bitte trotzdem etwas. Als sich die Versammlung auflöste, lief ein Abgeordneter der AfD zu dem wütenden Mann und suchte das Gespräch mit ihm. Im Augenwinkel sah ich, wie er verständnisvoll mit dem Kopf nickte. Spätestens jetzt hatte er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine weitere Wählerstimme eingesammelt. Über die anderen Parteien dachte ich: Ok, wieder mal vergeigt.

Vor einer Weile startete ZEIT ONLINE die Initiative "Deutschland spricht" (Ähnliches gab es auch in Österreich und der Schweiz). Denn der Hauptgrund für die aktuell aufgeladene Stimmung, nicht nur hierzulande, ist vor allem die fehlende Kommunikation. Es wird nicht mehr argumentiert und diskutiert, sondern mit Behauptungen und Unterstellungen um sich geworfen. An dem Projekt beteiligten sich insgesamt elf Medienhäuser. Ziel der Kampagne war es, mittels Fragen und Algorithmus Menschen zusammenzubringen, die politisch völlig unterschiedlich denken und möglichst nahe beieinander wohnen. Teilnehmen konnte im Prinzip jede/r. Was dabei raus kam, ist erstaunlich. Denn in der Tat ist es so, dass es die größten Meinungsverschiedenheiten zwischen jungen Frauen und eben jenen weißen, alten Männern gibt. Oftmals ist es vielleicht sogar so, dass sich ein Horst Seehofer und ein eher konservativ eingestellter Migrant politisch näher stehen, als ich und ein muslimischer Flüchtling. Das ändert nichts an meiner Meinung in Sachen Asylpolitik und gibt doch Aufschluss über unser Gesellschaftsbild. In einem zusammenfassenden Dossier in der ZEIT schrieb der Journalist von seinem Selbstexperiment. Er sprach mit einer Vertreterin der Grünen Jugend, einem bekennenden Nationalsozialisten und einem Verschwörungstheoretiker. Und die aufschlussreichste Unterhaltung hatte er... mit dem Nazi. Dieser sei ehrlicherweise am wenigsten aggressiv ihm gegenüber aufgetreten, habe Fragen gestellt und zum Teil auch Verständnis gezeigt. Natürlich müsse man den Flüchtlingen helfen und sie aufnehmen. Nur eben bitte nicht in seiner Gemeinde. Denn dann würde er sie wahrscheinlich mögen, was schließlich sein Weltbild erschüttern würde. Und da sind wir auch schon an dem sprichwörtlich springenden Punkt: Das Fatale, was sowohl von Rechts wie auch von Links (!) passiert - Wir entmenschlichen zunehmend die "Gegenseite". Wir müssen uns aber auf den anderen einlassen, ihm zuhören und zumindest versuchen, seine Beweggründe zu verstehen. Andernfalls droht unsere Gesellschaft auseinanderzureisen. Und dafür können wir nicht allein die Politik verantwortlich machen. Ja, die AfD vergiftet mit ihren Parolen das politische Klima. Die anderen, nennen wir sie mal etablierten Parteien, haben dem nicht viel entgegenzusetzen. Sie versuchen es abwechselnd mit ignorieren, imitieren und attackieren. Nichts hilft. Aber das rechtsextreme Potential war schon vorher da. Jetzt hat es eben ein Ventil gefunden. Und so traurig das ist, wir müssen lernen, damit umzugehen und im besten Fall die Menschen davon überzeugen, dass eine nationalistische Politik in einer globalisierten und vernetzten Welt einfach keinen Platz hat.

Ich gebe zu, das ist verflucht schwer. Und für mich stellt sich am Ende schon auch die Frage: Was bringt es, wenn ich weiß, dass ein Nazi und ich beispielsweise unsere Vorliebe für London teilen, beide gerne italienisch essen und das offene Wasser der Bergwelt vorziehen!? Er bleibt doch trotzdem ein Nazi und an dem Punkt kommen wir einfach nicht zusammen.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Wie kann ich auch als Laie produktiv bloggen?

Mein Plan für den Sommer war es eigentlich, regelmäßiger zu bloggen, noch aktueller, pointierter, eventuell auch zielgruppengenauer. Doch seien wir ehrlich: Das Leben und die Welt passieren zu schnell, um es erst in wohlgeformte Worte zu fassen. Außerdem sind da noch meine zwei Jobs, die mich sehr ausfüllen - Sowohl was meine persönliche Zufriedenheit betrifft als auch hinsichtlich des zeitlichen Umfangs. Und dann steht da auch die Frage im Raum, ob überhaupt noch jemand Blogs liest!? Ich habe meine Seite zwar ausschließlich für mich gestartet, um meine Gedanken zu sortieren, aber natürlich freue ich mich, wenn es jemand liest. Alles andere wäre schlicht geheuchelt. Schaut man sich allerdings die Entwicklungen bei Social Media an, so fällt auf, dass die Reichweite stagniert und die Interaktion zwischen Bloggern und ihren Followern immer weiter abnimmt. Es gibt kaum noch Kommentare unter Instagram-Posts oder Blogbeiträgen, außer von nervigen Bots. Wer damit noch nichts zu tun hatte (Du glücklicher Mensch) und für wen der Begriff nur Fragezeichen aufwirft: Bei sogenannten Social Bots handelt es sich um Softwareroboter bzw. -agenten, welche in sozialen Medien auftreten. Sie besitzen die Funktion zu liken, folgen bzw. entfolgen, retweeten und kommentieren. Das ist ärgerlich und ganz gewiss nicht im ursprünglichen Interesse von solchen Netzwerken. Und so schleicht sich der Gedanke ein, dass Bilder im Feed nur noch aus Gewohnheit/ Langeweile/ Pflichtbewusstsein gepostet werden, bei Twitter hauptsächlich retweetet wird und äh, Facebook ist ja eh tot, oder!? Ok, das war viel Gerede um den heißen Brei und warum nun doch wieder mehr als ein Monat seit meinem letzten Beitrag verstrichen sind.
In einer Zeit, in der sich der Social Media-Bereich immer weiter professionalisiert (Hope so!), ist es wichtig, dass man auch seine eigenen Profile mit einer gewissen Disziplin und Kontinuität betreibt. Denn schließlich hast du deinen Blog oder deinen Instagram-Account nicht ohne Grund online gestellt. Wenn wir wollen, dann finden wir für alles Zeit. Zeit hat schließlich niemand, die nimmt man sich - So eine Binsenweisheit. Auch der regelmäßige Gym-Besuch und das Treffen mit Freunden müssen heutzutage organisiert werden. Das ist alles eine Sache der Priorisierung. Zeit ist flexibel und du bist es auch! Hier also ein paar Ideen, wie auch du den inneren Schweinehund überwinden und effektiv bloggen/ posten kannst:

Blocke dir feste Zeiten
Was bei mangelnder Motivation helfen kann sind feste Uploadzeiten. Wenn du immer um die gleiche Zeit ein Foto hoch lädst, ist das zwar noch lange keine Garantie dafür, den lästigen Algorithmus von Instagram auszutricksen, erhöht aber dennoch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand deinen Post sieht. Außerdem schafft Gewohnheit gewissermaßen Geborgenheit. Ähnlich verhält es sich auch mit deinem Blog. Schaufele dir beispielsweise den Dienstagabend frei, um für ein paar Stunden daran zu arbeiten.
In diesem Sinne:

Finde heraus, wann du am effektivsten arbeitest
Ich arbeite am liebsten abends noch eine Stunde nach der Arbeit oder am Wochenende an meinem Blog. In dieser Zeit kann ich meine Gedanken besonders gut sortieren und lasse Vergangenes noch einmal Revue passieren. Ich hatte auch mal versucht, auf Instagram jeden zweiten Tag ein Bild Punkt 19 Uhr hochzuladen. Aber das war mir persönlich dann doch zu viel Druck. Finde also heraus, wann du am effektivsten Bloggen kannst. Vielleicht bist du nach einem langen Arbeitstag total geschlaucht und in deinem Kopf herrscht nur noch gähnende Leere. Dann bietet sich wahrscheinlich das Wochenende an. Oder du bist ein richtiger Morgenmensch und schaffst es, sogar noch morgens eine Stunde vor der Arbeit zu bloggen.
Mache deine Social Media-Präsenz zu einer Priorität
Dir kommt etwas dazwischen und du schiebst deinen nächsten Post immer wieder auf? Hör auf damit! Auch wenn dein Blog oder Feed nur eine Beschäftigung nebenbei ist, kannst du es zu einer Priorität machen. Zweite Wahl sein ist doch doof. Stecke dein Herzblut hinein und mach einfach. Nicht jedes Bild muss perfekt bearbeitet sein und Scheiß auf den ein oder anderen Flüchtigkeitsfehler im Text. Deine Follower wollen sehen, dass dir dein Kanal wichtig ist und sonst nichts. Also: Let's do this!

Organisiere deine Social Media Aktivitäten
Ok, das mag jetzt vielleicht wirklich ein bisschen übertrieben klingen, aber das Effektivste für eine beständige Online-Präsenz ist tatsächlich: Schreibe dir auf, was du bis zu welchem Zeitpunkt geschafft haben willst. Du kannst dafür eine einfache To Do-Liste erstellen oder auch einen Upload-Kalender pflegen. Wenn du den Überblick über deine zu erledigenden Aufgaben hast, kannst du den Arbeitsaufwand viel besser einschätzen und demzufolge auch schneller abarbeiten. Und Häkchen unter To Do-Listen zu setzen ist doch auch super befreiend, oder!?

Ich hoffe, dir helfen die Tipps, um etwas mehr Ordnung ins kreative Chaos zu bekommen. Oder vielleicht inspiriert dich der Post ja auch dazu, selbst online aktiver zu werden. So oder so: Lasst uns alle die positiven Seiten von Social Media besser und effektiver nutzen. Und ich verspreche, ich gebe mein Bestes, um mit guten Beispiel voranzugehen!

Instagramfeed @_Kein_Beautyblog